Schloss Favorite Rastatt ist das älteste und einzige nahezu unverändert erhaltene „Porzellanschloss“ Deutschlands und beherbergt die weltweit größte Sammlung Meißener Porzellans aus der Frühzeit der Herstellung. Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden ließ das Lust- und Jagdschloss zwischen 1710 und 1730 als ländlichen Rückzugsort errichten. Eingebettet in einen englischen Landschaftspark öffnet die Anlage zwischen März und November ihre Türen für Besucher, die Innenräume sind ausschließlich im Rahmen stündlicher Führungen zugänglich. Highlight sind das Spiegelkabinett, die Sala Terrena mit Fayencefliesen, das Florentiner Kabinett sowie die abseits gelegene Eremitage mit Magdalenenkapelle.
Alle Infos zum Schloss Favorite Rastatt
- Schloss Favorite steht in Rastatt-Förch, etwa fünf Kilometer südöstlich der Stadt Rastatt am Westrand des Nordschwarzwalds, eingebettet in einen englischen Landschaftspark.
- Erbaut zwischen 1710 und 1730 für Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, die Witwe des „Türkenlouis“ Ludwig Wilhelm, als Lust- und Jagdschloss.
- Im Mittelpunkt steht die Besichtigung der Innenräume mit prachtvollen Prunkräumen, dem ältesten deutschen Spiegelkabinett und der Porzellansammlung Sibylla Augustas.
- Die Innenräume sind ausschließlich im Rahmen einer Führung zugänglich, die jede volle Stunde startet, der englische Landschaftspark ist ganzjährig kostenfrei zugänglich.
- Die Saison läuft von Mitte März bis 15. November, im Winter ist das Schloss durchgehend geschlossen; im Sommer finden Konzerte, Sonderführungen und Trauungen statt.

Schlossführung in 60 Minuten
Die Standardführung „Idylle in Porzellan“ startet jede volle Stunde und dauert rund 60 Minuten. Sie führt durch die wichtigsten Räume des Schlosses und vermittelt das Leben der Markgräfin im 18. Jahrhundert. Im Eintrittspreis enthalten, ohne separate Vorbuchung an Schwachtagen, an Wochenenden in der Hauptsaison empfiehlt sich Voranmeldung.
- Spiegelkabinett: einer der kostbarsten Räume Süddeutschlands und ältestes deutsches Spiegelkabinett mit historisch erhaltener Wandvertäfelung.
- Florentiner Kabinett: in Europa einzigartiges Kabinett mit aufwendigen Wand- und Deckenmalereien.
- Sala Terrena: Erdgeschossraum mit Fayencefliesen im Stil der Delfter Manufakturen.
- Schlafzimmer der Markgräfin: ausgestattet mit wertvollen Stoffen und böhmischem Glas.
- Beginn jede volle Stunde, letzte Führung eine Stunde vor Schließung.
Porzellansammlung und Sonderführungen
Das Herzstück des Schlosses ist die Porzellan-, Glas- und Fayencesammlung der Markgräfin Sibylla Augusta, die aus aller Welt zusammengetragen wurde. Im zweiten Obergeschoss ist ein Teil der Sammlung dauerhaft ausgestellt und Bestandteil der Standardführung.
- Blauweißes chinesisches Porzellan aus der Frühzeit des Imports.
- Meißener Porzellan mit schwarzem Lackdekor und fein gemalten goldenen Chinoiserien.
- Prunkvolle Gläser aus Böhmen mit Schliff- und Emailmalereien.
- Sonderführung Porzellansammlung: exklusiver Rundgang mit Schwerpunkt auf den Spitzenstücken, gegen Aufpreis buchbar.
- Markgräfliche Kostümbilder: Familienporträts mit fantasievollen Verkleidungen, Zeugnis barocker Lebenslust.
Schlossgarten und Eremitage
Der englische Landschaftsgarten umgibt das Schloss und ist tagsüber durchgehend frei zugänglich. Er wurde im späten 18. und 19. Jahrhundert in seine heutige Form gebracht und bietet Wege durch alten Baumbestand, Wiesen und Sichtachsen zum Schloss.
- Englischer Landschaftspark: ganzjährig frei zugänglich, geöffnet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
- Eremitage mit Magdalenenkapelle: barocke Einsiedelei abseits der Hauptachse, Rückzugsort der Markgräfin, nur an bestimmten Tagen zugänglich.
- An Tagen mit Trauungen im Schloss (16. Mai, 6. Juni, 18. Juli, 8. August und 12. September 2026): statt der Standardführung Sonderführung durch die Eremitage.
- Konzerte: das Quantz-Collegium spielt von Juni bis Oktober Festliche Serenaden im Schloss, das Karlsruher Barockensemble gastiert am 4. Oktober.
- Heiraten im Schloss: standesamtliche Trauungen an festgelegten Samstagen möglich.