Das Residenzschloss Rastatt ist die älteste Barockresidenz am Oberrhein und ein Versailles im Kleinen direkt am westlichen Rand des Nordschwarzwalds. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der „Türkenlouis“, ließ die Anlage zwischen 1698 und 1707 nach französischem Vorbild errichten. Heute können Besucher den prächtigen Ahnensaal, die Prunkräume der Beletage und die Schlosskirche bei stündlichen Führungen besichtigen. Im Schloss sind zudem das Wehrgeschichtliche Museum und die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte untergebracht. Vor dem Schloss erstreckt sich der weitläufige Schlossgarten mit französischen Achsen und englischen Partien, der ganzjährig frei zugänglich ist.
Alle Infos zum Residenzschloss Rastatt
- Das Residenzschloss steht im Zentrum der Stadt Rastatt, etwa 23 Kilometer südwestlich von Karlsruhe an der Achse zwischen elsässischem Fort Louis und dem markgräflichen Schloss Ettlingen.
- Erbaut zwischen 1698 und 1707 von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden nach dem Vorbild von Versailles, Architekt war der Italiener Domenico Egidio Rossi.
- Im Mittelpunkt steht die Besichtigung der Beletage mit den beiden Staatsappartements, dem Ahnensaal und der Schlosskirche zum Heiligen Kreuz im Rahmen stündlicher Führungen.
- Im Schloss sind drei Museen vereint: die Schlossräume mit Staatlichen Schlössern und Gärten, das Wehrgeschichtliche Museum und die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte.
- Ehrenhof und Schlossgarten sind ganzjährig frei zugänglich, im Sommer finden hier Open-Air-Konzerte, Weinfeste und kulturelle Veranstaltungen statt.

Schlossführung durch die Prunkräume
Die Beletage und die Prunkräume sind ausschließlich im Rahmen einer Führung zugänglich. Die Standardführung dauert rund 60 Minuten und startet zu festgelegten Zeiten am Besucherzentrum.
- Ahnensaal: Mittelpunkt des Schlosses mit Kolossalpilastern aus Stuckmarmor, Deckenfresken, Ahnenporträts und vollplastischen Stuckfiguren, einst Schauplatz höfischer Feste.
- Staatsappartements: vollständig erhaltene Raumfolge des frühen 18. Jahrhunderts mit prunkvollen Deckenmalereien und Stuckarbeiten italienischer Künstler.
- Lackkabinett: Raum aus der Barockzeit mit asiatisch inspirierter Lackmalerei, im Obergeschoss des Wehrgeschichtlichen Museums erhalten.
- Beginn der Führungen: zu festen Zeiten nach Aushang am Schloss, vorab Buchung empfehlenswert.
- Mehrere Sonderführungen verfügbar, darunter thematische Rundgänge und Familienführungen.
Schlossgarten und Ehrenhof

Der Schlossgarten erstreckt sich auf der Rückseite des Schlosses und kombiniert eine streng axiale französische Grundanlage des 18. Jahrhunderts mit englischen Landschaftspartien des 19. Jahrhunderts. Der Ehrenhof bildet das eindrucksvolle Entree zum Schloss von der Stadtseite, geprägt durch die markante Schlossfassade und den vergoldeten Jupiter auf der Spitze des Mitteltrakts.
- Ehrenhof: zentraler Vorplatz vor der Schlossfassade, frei zugänglich, im Sommer Schauplatz der Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen.
- Schlossgarten: Mischung aus französischem Barockgarten mit Sichtachsen und englischem Landschaftsgarten mit altem Baumbestand.
- Mittelachse: vom Schloss aus zieht sich eine lange Sichtachse durch den Garten, gesäumt von Skulpturen und Wegen.
- Pagodenburg: kleines Gartengebäude im Schlossgarten als Rückzugsort der Markgrafen.
- Spielplatz: kindgerechte Spielfläche im Garten, geeignet für Familien.
- Eintritt: frei, durchgehend tagsüber zugänglich.
- Veranstaltungen im Garten: Melodic Wine am 11. Juli 2026, weitere kulturelle Events über das Jahr verteilt.
Schlosskirche und Museen
Im Schloss sind neben den Prunkräumen weitere Bereiche zugänglich, die mit eigenem Charakter aufwarten. Die Schlosskirche im Rokokostil wurde 2017 nach umfassender Restaurierung wieder eröffnet, das Wehrgeschichtliche Museum und die Erinnerungsstätte ergänzen das Angebot.
- Schlosskirche zum Heiligen Kreuz: 1719 bis 1723 unter Sibylla Augusta erbaut, Innenausstattung von Franz Pfleger im Rokokostil, mit Alabastersäulen am Hochaltar und originalen Textilbehängen aus Seidenmoiré, nur mit Führung zugänglich.
- Wehrgeschichtliches Museum: Sammlung zur Militärgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, im linken Schlossflügel.
- Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen: Dauerausstellung zur deutschen Demokratiegeschichte vom Bauernkrieg bis zur Gegenwart, im rechten Schlossflügel.
- Eigene Eintrittspreise für Wehrgeschichtliches Museum und Erinnerungsstätte, Kombitickets möglich.
- Schlosskirche teilweise im Rahmen der Standardführung enthalten.
Veranstaltungen und Konzerte 2026
Das Schloss bietet ein dichtes Veranstaltungsprogramm, das vor allem in den Sommermonaten den Ehrenhof und den Schlossgarten zum Schauplatz von Konzerten macht. Auch standesamtliche Trauungen sind im Schloss möglich.
- Open-Air-Konzerte im Ehrenhof: 1. bis 5. Juli 2026 mit nationalen und internationalen Stars.
- Kammerorchester Rastatt: 28. Juni 2026 im Ahnensaal mit Streichern und Oboe.
- Melodic Wine: 11. Juli 2026 im Schlossgarten mit elektronischer Musik und Weinverkostung.
- Klingende Residenz: 25. und 26. September 2026 mit dem Vocalensemble Rastatt.
- Festliche Serenaden: Juni bis Oktober mit dem Quantz-Collegium zum 90-jährigen Jubiläum.
- Heiraten im Schloss: standesamtliche Trauungen an festgelegten Samstagen möglich.