Die Freiburger Altstadt erstreckt sich auf rund einem Quadratkilometer am Fuß des Schlossbergs und zählt jährlich über drei Millionen Besucher. Seit 1969 ist sie zu großen Teilen Fußgängerzone und vereint Bauwerke aus Mittelalter, Renaissance und Wiederaufbau nach 1945. Im Zentrum steht das Freiburger Münster mit seinem 116 Meter hohen Turm, ergänzt durch das Historische Kaufhaus, die Stadttore Martinstor und Schwabentor sowie das ehemalige Kornhaus. Charakteristisch für das Stadtbild sind die Bächle, kleine offene Wasserläufe aus Sandstein, die sich durch fast alle Gassen ziehen.
Alle Infos zur Freiburger Altstadt
- Die Altstadt umfasst rund einen Quadratkilometer im Zentrum Freiburgs zwischen Schlossberg im Osten und Dreisam im Süden, durchzogen von engen Gassen und Plätzen.
- Gegründet wurde Freiburg 1120 durch Herzog Konrad von Zähringen als Marktstadt am Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege zwischen Schwarzwald und Oberrheinebene.
- Im Mittelpunkt steht der Münsterplatz mit dem Freiburger Münster und dem täglichen Münstermarkt (außer Sonn- und Feiertage), umgeben vom Historischen Kaufhaus, dem Wentzingerhaus und der Alten Wache.
- Erhaltene Bauwerke aus dem Mittelalter sind die Stadttore Martinstor (um 1202) und Schwabentor (um 1250), das Augustinerkloster, das Kornhaus von 1498 sowie das Bächle-Netz aus dem 13. Jahrhundert.
- Über das Jahr verteilt prägen Veranstaltungen wie der Münstermarkt, das Zeltmusikfestival, das Weinfest und der Freiburger Weihnachtsmarkt das Geschehen in der Altstadt.
Geschichte der Freiburger Altstadt
Die Stadtgeschichte begann 1091 mit dem Bau der Burg Castrum de Friburch auf dem Schlossberg durch Herzog Berthold II. von Zähringen. 1120 verlieh dessen Sohn Konrad der darunter liegenden Siedlung das Markt- und Stadtrecht. Um 1200 begann der Bau des Münsters, parallel entstanden die Stadtmauern mit Martinstor und Schwabentor. Nach dem Aussterben der Zähringer fiel die Stadt an die Grafen von Urach, später kaufte sich die Bürgerschaft frei und stellte sich unter habsburgische Herrschaft. 1457 gründete Erzherzog Albrecht VI. die Albert-Ludwigs-Universität. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg ließ Festungsbaumeister Vauban ab 1677 die Stadtmauern schleifen und durch Bastionen ersetzen. 1745 kam Freiburg unter österreichische Herrschaft zurück, 1805 gliederte Napoleon die Stadt in das Großherzogtum Baden ein. Am 27. November 1944 zerstörte ein britischer Luftangriff der Operation Tigerfish weite Teile der Altstadt. Der Wiederaufbau zwischen 1947 und 1958 erfolgte unter Beibehaltung des historischen Stadtgrundrisses.
Bauwerke und Plätze in der Altstadt

Das Freiburger Münster aus rotem Sandstein bildet den Mittelpunkt der Altstadt. Direkt gegenüber steht das Historische Kaufhaus mit seiner roten Fassade, errichtet ab 1520 als Sitz des Marktrechts und der habsburgischen Verwaltung, geschmückt mit vier Erkern und Kaiserstatuen. An der Südseite des Münsterplatzes liegt das Wentzingerhaus aus dem 18. Jahrhundert, heute Sitz des Stadtmuseums. Das Augustinermuseum im ehemaligen Augustinerkloster beherbergt Sammlungen oberrheinischer Kunst vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Am Rathausplatz steht das Historische Rathaus von 1559, ein Ensemble aus zwei verbundenen Bürgerhäusern. Das Martinstor markiert den südlichen Altstadtzugang und wurde Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet, das Schwabentor an der Schwabentorstraße entstand um 1250 als östliches Stadttor. Beide Tore wurden im 19. Jahrhundert aufgestockt.
- Historisches Kaufhaus: errichtet ab 1520, vier Erker mit Statuen der habsburgischen Kaiser, charakteristische rote Fassade.
- Stadttore: Martinstor (um 1202) und Schwabentor (um 1250), beide Anfang des 19. Jahrhunderts erhöht und mit Spitzhelmen versehen.
Bächle in der Freiburger Altstadt

Die Bächle ziehen sich durch fast alle Gassen der Altstadt und bilden ein eigenes Wahrzeichen Freiburgs. Sie wurden 1220 erstmals urkundlich erwähnt und gehörten zum dualen Wasserversorgungssystem der mittelalterlichen Stadt: Trinkwasser kam über hölzerne Leitungen aus der Wiehre, das Brauchwasser für Brandschutz, Viehtränken und Reinigung floss in offenen Rinnen aus der Dreisam. Das gesamte Netz misst 15,9 Kilometer, davon 8,5 Kilometer oberirdisch sichtbar. 250 Liter Wasser pro Sekunde fließen heute durch die Bächle, verteilt über etwa 150 Schieber. Zwei hauptberufliche Bächleputzer reinigen sie an sechs Tagen pro Woche. Nach dem Volksglauben muss heiraten, wer versehentlich in ein Bächle tritt: einen Freiburger oder eine Freiburgerin.