Das Colombischlössle steht am westlichen Rand der Freiburger Altstadt am Rotteckring und ist eine der bedeutendsten neugotischen Villen Süddeutschlands. Errichtet wurde der Bau zwischen 1859 und 1861 nach Plänen des Freiburger Architekten Georg Jakob Schneider als Witwensitz der spanischen Gräfin Maria Antonia Gertrudis von Zea Bermudez y Colombi. Vorbild war der englische Tudorstil des späten Mittelalters. Seit 1983 beherbergt die Villa das Archäologische Museum Colombischlössle (ArCo) mit Funden von der Altsteinzeit bis ins Frühmittelalter. Der umliegende englische Landschaftspark mit Schneckenreiter-Brunnen und Weinberglehrpfad ist seit 1906 öffentlich zugänglich.
Alle Infos zum Colombischlössle Freiburg
- Das Colombischlössle steht am Rotteckring im westlichen Teil der Freiburger Altstadt, in unmittelbarer Nähe zum Stadttheater und zur Haltestelle Fahnenbergplatz der Straßenbahnlinie 5.
- Errichtet wurde die Villa zwischen 1859 und 1861 auf der ehemaligen Bastion Saint Louis der Freiburger Stadtbefestigung, das Gelände wurde vorher auf 15 Meter Höhe aufgefüllt.
- Im Mittelpunkt steht die neugotische Villa im englischen Tudorstil mit dem typischen mediterran-neugotischen Treppenhaus, das durch ein Glasdach natürliches Licht erhält.
- Im Inneren befindet sich seit 1983 das Archäologische Museum Colombischlössle mit Funden aus Steinzeit, Keltenzeit, Römerzeit und Frühmittelalter aus der Region Oberrhein.
- Der umliegende Park wurde um 1860 als englischer Landschaftsgarten angelegt, ist 1,3 Hektar groß, seit 1955 als Naturdenkmal geschützt und beherbergt einen Weinberglehrpfad sowie den Schneckenreiter-Brunnen aus dem Jahr 1906.
Geschichte des Colombischlössle
Auftraggeberin der Villa war Gräfin Maria Antonia Gertrudis de Colombi y de Bode (1809-1863), die das Gebäude nach dem Tod ihres Gatten als Witwensitz erbauen ließ. Die Pläne entwarf der Freiburger Architekt Georg Jakob Schneider, inspiriert vom englischen Tudorstil und seinem Lehrer Friedrich Eisenlohr, der bereits Schloss Ortenberg im selben Stil neu aufbauen ließ. Die Baukosten beliefen sich auf rund 300.000 Goldmark, also 750 Goldmark pro Quadratmeter. Nach dem Tod der Gräfin 1863 erwarb der Fabrikant Johann Georg Thoma das Anwesen 1869, dessen Nachfahren verkauften es 1899 an die Stadt Freiburg. 1906 wurde der Park für die Öffentlichkeit geöffnet. Von 1909 bis 1924 beherbergte die Villa die Städtische Altertumssammlung. Von 1947 bis 1952 diente das Schloss als Sitz der Badischen Staatskanzlei, anschließend bis 1958 als Sitz des Badischen Verwaltungsgerichtshofs. Von 1959 bis 1977 saßen hier die Freiburger Außenkammern des Oberlandesgerichts Karlsruhe. 1983 eröffnete Lothar Späth die heutige Nutzung als Museum für Ur- und Frühgeschichte, das 2007 in Archäologisches Museum Colombischlössle umbenannt wurde. Seit 2003 sind Schloss und Park als Kulturdenkmal ausgewiesen.
Archäologisches Museum Colombischlössle
Die Dauerausstellung zeigt archäologische Funde aus der gesamten Oberrheinregion von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter und gehört zu den wichtigsten archäologischen Sammlungen Süddeutschlands. Zentrale Exponate sind die ältesten Kunstwerke Südbadens, darunter altsteinzeitliche Frauenstatuetten und Mond-Idole aus der Bronzezeit. Die alemannische Schatzkammer präsentiert Schmuck und prunkvolle Waffen aus Gräberfeldern, ergänzt durch Kostbares aus keltischen Fürstengräbern. Funde aus dem römischen Militärlager Dangstetten, aus römischen Villen und Heiligtümern dokumentieren die Antike, Alltagsgegenstände aus dem Augustinerkloster den Übergang ins frühmittelalterliche Freiburg. Modelle, interaktive Stationen und die multimediale ArCo-Museum-App verdeutlichen die Lebensumstände der Epochen, wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Programm. Sonntags um 11 Uhr finden thematische Führungen durch die Sammlung statt.
- Sammlung: Funde von Altsteinzeit über Kelten- und Römerzeit bis ins Frühmittelalter aus der Oberrheinregion.
- Highlights: altsteinzeitliche Frauenstatuetten, Mond-Idole der Bronzezeit, alemannische Schatzkammer, Funde aus dem Militärlager Dangstetten.
Colombipark mit Schneckenreiter-Brunnen

Der 1,3 Hektar große Colombipark wurde um 1860 im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt und ist seit 1906 öffentlich zugänglich. Er beherbergt exotische Pflanzen, alte Bäume, einen großen Springbrunnen sowie einen kleinen Weinberglehrpfad an der südlichen Hangseite. Im Park steht der Schneckenreiter-Brunnen mit seiner Bronzeskulptur aus dem Jahr 1906, entworfen vom Karlsruher Bildhauer Konrad Taucher und vom Stuttgarter Unternehmen Paul Stotz gegossen. Der Münsterbauverein erwarb die Skulptur auf der Karlsruher Jubiläumsausstellung für Kunst und Kunstgewerbe und übergab sie der Stadt. 1955 wurde der Park als Flächendenkmal unter Naturschutz gestellt. Heute dient er auch als Veranstaltungsort für Kunstausstellungen und das Sommerprogramm Palazzo Colombino.