Wer dem Neckar von Mosbach flussabwärts folgt, sieht die Burg Hornberg lange, bevor er Neckarzimmern erreicht. Die Burg sitzt auf einem Bergsporn, gut hundert Meter über dem Wasser, Weinberge schieben sich bis an die Mauern heran. Diese Lage war militärisch gedacht. Wer hier oben saß, kontrollierte den Flussweg und die Straße durch das Neckartal.
Heute gehört die Burg Hornberg zu den wenigen Anlagen in Deutschland, die seit über vierhundert Jahren in der Hand derselben Familie geblieben sind und zugleich bewohnt, bewirtschaftet und bewirtet werden. Die Burg Hornberg ist kein stillgelegtes Denkmal. Auf dem Gelände arbeiten ein Weingut, ein Museum, ein begehbarer Bergfried und das Hotel Restaurant Burg Hornberg nebeneinander. Der Ort liegt in Baden-Württemberg, im Neckar-Odenwald-Kreis; die Gemeinde Neckarzimmern selbst zählt keine zweitausend Einwohner.
Der Zugang erfolgt über eine schmale, steile Stichstraße, die am Ortsrand von Neckarzimmern von der Bundesstraße 27 abzweigt. Oben parkt man vor der Anlage und betritt die Burg zu Fuß durch das Tor. Wer zu Fuß kommt, steigt von Neckarzimmern aus in rund zwanzig Minuten durch die Rebhänge hoch, der Blick zurück auf das Neckartal lohnt jeden Höhenmeter.
Die Baugeschichte der Burg Hornberg beginnt im 11. oder frühen 12. Jahrhundert. Als Erbauer gelten die Grafen von Lauffen, die im Neckartal über erheblichen Besitz verfügten. Schriftlich greifbar wird der Hornberg im späten 12. Jahrhundert: Urkunden aus dem Jahr 1184 nennen den Namen zusammen mit den zugehörigen Weinbergen. Für das Weingut ist dieses Datum bis heute das zentrale Argument, kaum ein anderer Betrieb in Deutschland kann sich auf eine so frühe urkundliche Erwähnung seiner Lagen berufen.
Nach den Lauffenern wechselten die Besitzer mehrfach. Bischöfe von Speyer, die Herren von Weinsberg, die Hirschhorner und weitere Adelsgeschlechter hielten Anteile oder die ganze Burg in der Hand. Die Anlage wuchs in Etappen: Aus einem romanischen Kern mit Buckelquadern entstand über die Jahrhunderte eine zweiteilige Ritterburg. Der Unterbau des mächtigen Bergfrieds stammt noch aus der Stauferzeit, spätere Umbauten brachten Wohnbauten, Wirtschaftsgebäude und eine Zwingermauer dazu.
Die Antwort lautet: auf der Burg Hornberg. Der Reichsritter Gottfried von Berlichingen, bekannt als Götz von Berlichingen, kaufte die Burg Hornberg 1517 und machte sie zu seinem Hauptsitz. Geboren wurde er um 1480 auf Burg Jagsthausen an der Jagst, gestorben ist er 1562 auf dem Hornberg. Rund 45 Jahre, mehr als die Hälfte seines Lebens, verbrachte er hier über dem Neckartal.
Seine rechte Hand hatte Götz von Berlichingen 1504 vor Landshut durch einen Geschützschuss verloren; die eiserne Prothese, die ihm Handwerker anfertigten, machte ihn zur Legende. Im Bauernkrieg 1525 führte er zeitweise den Odenwälder Haufen an, geriet in Verfahren, musste Urfehde schwören und saß später faktisch unter Hausarrest auf der Burg Hornberg. In dieser Zeit diktierte er seine Lebensbeschreibung, die bis heute die wichtigste Quelle zu seiner Person ist. Erst Goethes Drama von 1773 machte aus dem fränkischen Fehdeführer den berühmtesten Ritter Deutschlands samt dem Zitat, das jeder kennt.
Begraben liegt Götz von Berlichingen nicht auf der Burg Hornberg, sondern im Kloster Schöntal an der Jagst. Auf dem Hornberg erinnern das Museum, die Wohnräume des Ritters und die Beschilderung im Burghof an ihn.
Die Anlage teilt sich in zwei Bereiche. Die Obere Burg mit Bergfried, Palasruine und Resten der Wohnbauten bildet den ältesten Teil der Ritterburg. Von der Plattform des Turms reicht der Blick flussauf bis Mosbach und flussab Richtung Gundelsheim, bei klarem Wetter auch auf die Höhen des Odenwalds. Der Aufstieg geht über enge Treppen, festes Schuhwerk ist sinnvoll.
Die Untere Burg, die ehemalige Vorburg, nimmt heute Weingut, Verwaltung und das Hotel Restaurant Burg Hornberg auf. Dazwischen liegt der Burghof, ein von Mauern gefasster Platz, auf dem im Sommer bewirtet wird. Der Burghof ist der Punkt, an dem Burgbesichtigung und Gastronomie sich berühren: Hier treffen Tagesgäste mit Eintrittskarte auf Hotelgäste, die gerade aus dem Haus kommen. Wer die Anlage nur fotografieren will, kommt um den Burghof trotzdem nicht herum, weil von dort die charakteristische Staffelung aus Obere Burg, Turm und Weinberg sichtbar wird.
Die Burgbesichtigung ist in der Saison, grob von Frühjahr bis in den Herbst, täglich möglich. Der Eintritt liegt im Bereich weniger Euro pro Person, Kinder zahlen ermäßigt; zusätzliche Gebühren für den Turm fallen in der Regel nicht an. Im Museum sind Rüstungsteile, Waffen, Hausrat und eine Nachbildung der eisernen Hand zu sehen, dazu Tafeln zu Themen wie Fehdewesen, Bauernkrieg und Burgenbau. Das Original der bekannteren zweiten Prothese liegt in Jagsthausen, nicht auf dem Hornberg.
Zur Burgbesichtigung gehört für viele auch eine Weinprobe. Das Weingut bewirtschaftet die Steillagen rund um die Burg Hornberg, Riesling, Spätburgunder und Muskateller prägen das Sortiment. Preise und Öffnungszeiten ändern sich saisonal, eine kurze Info per Telefon oder ein Blick auf die Aushänge am Tor erspart die vergebliche Anfahrt. Gruppen melden sich besser vorab an, Führungen über die Burg Hornberg werden nach Absprache angeboten.
Im Hotel Restaurant Burg Hornberg übernachtet man innerhalb der Burgmauern, nicht in einem Neubau daneben. Das Haus wird als 4 Sterne Hotel geführt und hat rund zwei Dutzend Zimmer, verteilt auf historische Gebäudeteile. Die Zimmer unterscheiden sich stark: Einige sind kompakt geschnitten mit tiefen Fensternischen, andere bieten einen freien Blick über das Neckartal. Wer Wert darauf legt, sollte bei der Buchung ausdrücklich nach einem Zimmer zur Talseite fragen, der Preisunterschied ist überschaubar, der Unterschied am Morgen nicht.
Zum Hotel Restaurant Burg Hornberg gehört ein Frühstücksbuffet, Parkplätze liegen direkt vor der Burg. Aufzüge gibt es in den alten Bauteilen nur eingeschränkt, Gäste mit Gehbeschwerden klären das Thema am besten vorher per Telefon. Der Check in ist üblicherweise ab 15 Uhr möglich, beim Check out am Abreisetag sollte das Zimmer bis 11 Uhr geräumt sein. Spätere Anreisen sind kein Problem, wenn man sie ankündigt; ein durchgehend besetzter Empfang wie in einem Stadthotel existiert hier nicht. Ein später Check out gegen Aufpreis lässt sich an der Rezeption erfragen, hängt aber von der Belegung ab.
Zur Zimmerpreisfrage, die oft unter dem Stichwort Hotel Schloss Hornberg gestellt wird: Das Haus heißt offiziell Hotel Restaurant Burg Hornberg, nicht Schloss. Doppelzimmer bewegen sich je nach Kategorie und Saison grob zwischen 130 und 190 Euro pro Nacht inklusive Frühstück, Einzelzimmer liegen darunter. Das sind Richtwerte. Verbindliche Preise nennt das Hotel Restaurant auf Anfrage, in der Hauptsaison und an Wochenenden mit Veranstaltungen liegen sie am oberen Rand. Wer ein Schloss Hornberg im Schwarzwald sucht, ist übrigens an der falschen Adresse, das liegt bei Hornberg im Gutachtal und hat mit der Burg über Neckarzimmern nichts zu tun.
Das Panorama Restaurant ist der Grund, warum viele Gäste ohne Übernachtung heraufkommen. Die Fensterfront liegt zur Talseite, unten zieht der Fluss seine Schleife, dahinter steigen die bewaldeten Hänge an. Drinnen stehen etwa 70 bis 90 Sitzplätze, auf der Terrasse und im Burghof kommen bei gutem Wetter weitere Sitzplätze dazu. Die Küche arbeitet regional, mit Wild aus der Umgebung, Fisch und saisonalem Gemüse; die Weine stammen überwiegend aus den eigenen Lagen.
An Sonntagen und Feiertagen ist das Panorama Restaurant gut gefüllt, eine Reservierung per Telefon ist dringend zu empfehlen. Hochzeiten und Familienfeiern finden regelmäßig statt, dann kann es Einschränkungen im regulären Betrieb geben. Ruhetage wechseln je nach Saison. Auch hier gilt: kurz anrufen, statt umsonst die Serpentine hochzufahren. Das Panorama Restaurant im Hotel Restaurant Burg Hornberg ist kein Ausflugslokal mit Dauerbetrieb, sondern Teil eines Hotelbetriebs mit begrenzter Kapazität.
Die Burg Hornberg gehört seit 1612 der Familie von Gemmingen, genauer dem Zweig der Freiherren von Gemmingen-Hornberg. Sie erwarb die Anlage nach dem Aussterben der vorherigen Linie und hält sie seither ohne Unterbrechung. Damit ist die Burg Hornberg Privatbesitz, bewohnt von der Familie, die zugleich Weingut, Forst, Museum und das Hotel Restaurant Burg Hornberg verantwortet. Teile der Oberen Burg blieben nach einem Brand im 17. Jahrhundert Ruine und wurden bewusst nicht wieder aufgebaut.
Dass ein Betrieb dieser Größe seit meh
erlebe-schwarzwald.de © 2025 — Eine Plattform der MLK Digital Ltd.
tipps-muenchen.de © 2025 – Eine Plattform der
MLK Digital Ltd.